Wettbewerb unter Krankenkassen soll gefördert werden
Die gesetzlichen Krankenkassen standen in letzter Zeit oft im Fokus der Kritik. Zur Diskussion standen der mangelnde Wettbewerb und die Zusatzbeiträge. Daneben war natürlich auch die Insolvenz der City-BKK ein Thema. Nun stehen diverse Zusatzleistungen wie bestimmte Zahnbehandlungen und die Zahlung rezeptfreier Medikamente zur Disposition.
Der Wirtschaftsminister und ehemalige Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat im Zuge von Kosteneinsparungen den gesetzlichen Krankenkassen diverse Zusatzleistungen gestrichen und damit den Wettbewerb geschwächt. Der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr (ebenfalls FDP) will diese gesetzlichen Regelungen wieder rückgängig machen und Zusatzleistungen wieder ermöglichen.
Dadurch soll der Wettbewerb unter den Krankenkassen gestärkt werden. Allerdings könnten durch die Wiedereinführung von Zusatzleistungen weitere Kassen einen Mitgliederschwund erleben und Insolvenz anmelden müssen. Auf der anderen Seite müsste durch den Vorschlag Bahrs der Gesundheitsfonds weniger oder in weniger steigendem Maße in Anspruch genommen werden. Gleichzeitig würden die Krankenkassen mit dem Modell von Daniel Bahr bessere Leistungen anbieten können.
Wettbewerb unter Kassen höher
Durch Bahrs Vorschlag würden sich die Krankenkassen auch weitaus mehr unterscheiden, was für die Kunden mehr Wahlfreiheit bedeuten würde. Zudem ist das Modell auch dazu geeignet, Privatversicherte wieder in die gesetzlichen Krankenkassen zu holen, die mit der Politik Röslers aufgrund der Streichung der Zusatzleistungen damals gegangen sind. Diese Klientel weist in der Regel ein höheres Einkommen auf und ist somit durch die Zahlung höherer Beiträge wichtig für die gesetzlichen Krankenkassen.
Kritik seitens der PKV
Die privaten Krankenversicherungen (PKV) kritisieren logischerweise das neue Modell stark. Denn sie sind bereits gesetzlich dazu verpflichtet, einen mit gesetzlichen Krankenkassen vergleichbaren Basistarif für Jedermann anzubieten. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen müssten sie aber Steuern zahlen.
Die privaten Kassen würden somit weniger attraktiv werden und der Wettbewerb unfair. Ob die Regelung mit den Zusatzleistungen Bestand haben wird und tatsächlich den Wettbewerb steigern kann, wird sich allerdings erst in der Zukunft zeigen.
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